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Ratgeber

Stellensuche in der Schweiz: wo und wie du passende Stellen findest

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Offene Stellen findest du in der Schweiz auf grossen Stellenportalen, im Job-Room von arbeit.swiss, auf Portalen von Kantonen und Schulen und direkt auf Firmenwebsites. Viele Stellen werden zudem ohne Inserat besetzt. Wer mit mehreren Suchbegriffen, einem klaren Suchgebiet und regelmässig sucht, sieht mehr passende Stellen. Hier erfährst du, wie du vorgehst.

Wo in der Schweiz offene Stellen stehen

Es gibt nicht die eine Seite, auf der alle Stellen stehen. Firmen wählen selbst, wo sie inserieren: manche auf einem grossen Portal, manche nur auf der eigenen Website, manche an beiden Orten. Deshalb lohnt es sich, mehrere Quellen zu kennen und für deinen Beruf die zwei, drei wichtigsten regelmässig zu prüfen.

Der Job-Room ist das öffentliche Stellenportal der Arbeitslosenversicherung auf arbeit.swiss, mit Stellen aus allen Branchen. Wer beim RAV angemeldet ist, sieht zusätzlich Stellen, die Firmen melden müssen, bevor sie anderswo erscheinen (mehr dazu weiter unten).

Dieselbe Stelle steht oft auf mehreren Portalen gleichzeitig. Du bewirbst dich trotzdem nur einmal, und zwar auf dem Weg, den das Inserat nennt: per E-Mail, über das Bewerbungsportal der Firma oder per Post. Achte auch auf das Datum des Inserats. Ältere Inserate sind manchmal schon besetzt, auch wenn sie noch online stehen.

  • Grosse private Stellenportale mit Stellen aus allen Branchen.
  • Der Job-Room von arbeit.swiss, das Portal der öffentlichen Arbeitsvermittlung.
  • Stellenportale von Kantonen, Gemeinden und der Bundesverwaltung, für Stellen in der Verwaltung, in Spitälern oder an Schulen.
  • Für Lehrpersonen eigene Schulportale, auf denen Schulen ihre Stellen ausschreiben.
  • Die Karriereseiten von Firmen, oft mit Stellen, die nirgends sonst stehen.

Der verdeckte Stellenmarkt: Stellen ohne Inserat

Nicht jede Stelle wird ausgeschrieben. Viele Firmen besetzen Stellen über Empfehlungen, aus Bewerbungen, die schon im Dossier liegen, oder intern. Gerade kleinere Betriebe schalten oft gar kein Inserat, sondern fragen zuerst im eigenen Umfeld.

An diese Stellen kommst du über dein Netzwerk und über Initiativbewerbungen. Sag ehemaligen Kolleginnen, Bekannten und früheren Vorgesetzten, was du suchst. Und schreib Firmen an, bei denen du gern arbeiten würdest, auch ohne offenes Inserat. Wie das geht, steht im Ratgeber zur Initiativbewerbung, verlinkt unten auf dieser Seite.

Dein Netzwerk ist dabei kein Geschenk, um das du bitten musst. Viele helfen gern, wenn sie genau wissen, was du suchst. Nenn deshalb Beruf, Region und Pensum in einem Satz, statt allgemein zu sagen, dass du „etwas Neues" suchst.

Mit welchen Suchbegriffen du mehr findest

Dieselbe Stelle heisst je nach Firma anders. Eine Sachbearbeiterin kann auch Kauffrau, Mitarbeiterin Administration oder Assistentin heissen. Suchst du nur mit einem Titel, verpasst du viele passende Inserate. Notiere dir deshalb drei bis fünf Begriffe: deinen Beruf, gängige Synonyme und verwandte Funktionen, die du mit deiner Erfahrung ebenfalls ausüben könntest.

Achte auf die Sprache der Region. In der Romandie sind Inserate meist auf Französisch, im Tessin auf Italienisch. Willst du dort arbeiten, such auch mit dem Titel in dieser Sprache, etwa „employée de commerce" oder „impiegata di commercio" statt „Kauffrau". Zusätze wie „m/w/d" oder „(w/m)" lässt du im Suchfeld weg. Sie stehen im Titel, helfen aber nicht beim Finden.

Viele Portale durchsuchen auch den Text des Inserats. Such deshalb zusätzlich mit Fähigkeiten, Programmen oder Ausweisen, die in deinem Beruf gefragt sind, etwa „SAP", „Staplerausweis" oder „Lohnbuchhaltung". So findest du Stellen, deren Titel du selbst nie eingegeben hättest.

Beispiel (erfunden): Suchplan von Nina Muster, Kauffrau EFZ aus Olten

Suchbegriffe: Kauffrau, Sachbearbeiterin, Mitarbeiterin Administration, Sachbearbeiterin Kundendienst.

Französisch, weil sie auch in Biel arbeiten würde: employée de commerce, collaboratrice administrative.

Suchgebiet: rund 30 Minuten Arbeitsweg mit dem Zug ab Olten.

Pensum: 60% bis 80%.

Quellen: ein grosses Stellenportal, der Job-Room, die Karriereseiten von fünf Firmen in der Region.

Rhythmus: Suchabos auf allen Portalen, dazu jeden Montag und Donnerstag kurz die Firmenseiten prüfen.

Suchgebiet und Pensum festlegen

Leg vor der Suche fest, wie weit du täglich pendeln willst, und denk in Reisezeit statt in Kilometern. Zwanzig Kilometer auf einer direkten Zugstrecke sind oft schneller als zehn Kilometer mit zweimal Umsteigen. Die meisten Portale erlauben eine Suche im Umkreis eines Orts. Wähl den Umkreis lieber etwas grösser und sortier danach von Hand aus.

Beim Pensum steht in Schweizer Inseraten meist eine Prozentangabe, zum Beispiel „80%" oder „60% bis 100%". Such nicht nur mit genau deinem Wunschpensum. Viele Firmen sind offen für ein anderes Pensum, wenn die Person passt. Steht im Inserat eine Spanne, nenn in der Bewerbung klar, welches Pensum du dir vorstellst.

  • Maximale Reisezeit pro Weg festlegen, mit Zug, Velo oder Auto.
  • Zwei, drei Orte als Mittelpunkt wählen, falls du in mehrere Richtungen pendeln kannst.
  • Wunschpensum und kleinstes Pensum notieren, das für dich noch passt.
  • Prüfen, ob Arbeitszeiten wie Schicht, Wochenende oder Homeoffice für dich in Frage kommen.

Stellenmeldepflicht und RAV: was für dich gilt

In Berufsarten mit schweizweit mindestens 5% Arbeitslosigkeit müssen Arbeitgeber offene Stellen dem RAV melden. Diese Stellen erscheinen zuerst im geschützten Bereich des Job-Rooms. Erst fünf Arbeitstage später darf die Firma sie anderswo ausschreiben. Beim RAV angemeldete Stellensuchende sehen diese Stellen also früher als alle anderen.

Die Liste der betroffenen Berufsarten wird jedes Jahr neu festgelegt. Die aktuelle Liste und einen Check-Up findest du auf arbeit.swiss. Bist du beim RAV angemeldet, lohnt sich der tägliche Blick in den Job-Room deshalb besonders.

Wer Arbeitslosenentschädigung bezieht, muss sich zudem nachweisbar um Arbeit bemühen, und zwar schon während der Kündigungsfrist. Wie viele Bemühungen pro Monat nötig sind, vereinbarst du mit deiner RAV-Beratung. Wie du den Nachweis ausfüllst, steht im Ratgeber zum RAV-Nachweis, ebenfalls unten verlinkt.

Dranbleiben: regelmässig suchen statt einmal viel

Neue Stellen kommen laufend dazu, und manche sind nach kurzer Zeit wieder weg. Wer einmal im Monat einen ganzen Tag sucht, sieht deshalb weniger als jemand, der mehrmals pro Woche kurz schaut. Richte auf den Portalen Suchabos ein, damit neue Inserate zu deinen Begriffen per E-Mail kommen.

Führ eine einfache Liste deiner Bewerbungen: Datum, Firma, Stelle, Kontaktperson und Stand. So weisst du, wo du nachfassen kannst, bewirbst dich nicht zweimal auf dieselbe Stelle und hast alles beisammen, falls das RAV einen Nachweis verlangt.

  • Suchabos auf den zwei, drei wichtigsten Portalen einrichten.
  • Feste Suchzeiten in der Woche einplanen, zum Beispiel zweimal kurz statt einmal lang.
  • Suchbegriffe nach einigen Wochen prüfen: Welche bringen passende Stellen, welche nicht?
  • Jede Bewerbung am selben Tag in die Liste eintragen.

Bewerbino sucht mit, auf Wunsch jeden Werktag

Bewerbino kann auf mehreren Schweizer Stellenportalen suchen: jobs.ch, im Job-Room von arbeit.swiss und auf den Stellenportalen der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft, für Lehrpersonen zusätzlich auf Schulportalen. Es schaut auch auf Firmenwebsites, nicht nur in Inserate, und sucht auf Wunsch jeden Werktag automatisch, für 4 Credits pro gefundener Stelle und ohne Kosten, wenn nichts Passendes dabei ist. Du entscheidest, welche Stelle du willst, Bewerbino entwirft das Motivationsschreiben, und du gibst frei.

Eine komplette Bewerbung kostet CHF 8. Zum Start gibt es 22 Credits: fünf gefundene Stellen und zwei Motivationsschreiben.

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Häufige Fragen

Wo finde ich in der Schweiz die meisten Stellen?

Nicht an einem einzigen Ort. Kombinier ein grosses Stellenportal, den Job-Room von arbeit.swiss und die Karriereseiten von Firmen in deiner Region. Je nach Beruf kommen Kantons- oder Schulportale dazu.

Was ist die Stellenmeldepflicht?

In Berufsarten mit schweizweit mindestens 5% Arbeitslosigkeit müssen Firmen offene Stellen dem RAV melden. Beim RAV angemeldete Stellensuchende sehen sie im Job-Room fünf Arbeitstage, bevor sie anderswo ausgeschrieben werden dürfen.

Soll ich mich auch ohne Inserat bewerben?

Ja, bei Firmen, die gut zu dir passen. Viele Stellen werden ohne Inserat besetzt. Eine Initiativbewerbung an eine Kontaktperson mit Namen bringt dich ins Gespräch, bevor ein Inserat erscheint.

Wie viele Suchbegriffe soll ich verwenden?

Drei bis fünf sind ein guter Start: dein Beruf, gängige Synonyme und verwandte Funktionen. Prüf nach einigen Wochen, welche Begriffe passende Stellen bringen, und pass die Liste an.

Muss ich auch mit französischen Titeln suchen?

Wenn du in der Romandie arbeiten willst, ja. Dort sind Inserate meist auf Französisch. Für das Tessin gilt dasselbe mit italienischen Titeln.